Diskussionsforum: Versorgungssteuerung in der Neurologie und Psychiatrie

Abstract

Weitereichende Reformen und wirksame Massnahmen zur Versorgungssteuerung sind keine Option mehr, sondern Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitssystems. Viele Vorschläge hierzu bleiben jedoch steuerungspolitischer Aktionismus: gut gemeint, aber konzeptionell schwach und ohne empirisches Fundament. Hinzu kommt, dass sich diese Ansätze nahezu ausnahmslos innerhalb eines Gesundheitswesens bewegen, dessen institutionelle Grundstruktur aus dem späten 19. Jahrhundert stammt und das auf die sozialen, kulturellen und psychischen Anforderungen der Gegenwart nur begrenzt eingestellt ist.  Gerade im neurologisch-psychiatrischen Bereich kann die wachsende Inanspruchnahme daher auch als ein Spiegel gesellschaftlicher Überforderung verstanden werden, die systematisch neue Krankheitslast erzeugt. Eine hochdynamische, beschleunigte und risikobeladene Moderne erzeugt in zunehmendem Maß genau jene Störungen, für deren Behandlung Neurologie und Psychiatrie zuständig sind. Die soziologischen Rahmenbedingungen dieser Entwicklung beleuchtet Wolfgang Klitzsch im einleitenden Vortrag. Anschließend sprechen wir mit den Vorsitzenden von KBV und KVNO darüber, welche konkreten Strategien zur Patientensteuerung derzeit diskutiert werden und versuchen eine Bewertung vorzunehmen in Hinblick auf Wirksamkeit und Nutzen zur Sicherstellung einer guten und tragfähigen Versorgung neurologisch-psychiatrischer Patienten.

Impulsvortrag: Gesellschaftlicher Kontext der Patientensteuerung
Dr. rer. Pol. Wolfgang Klitzsch, Diplom-Soziologe und Geschäftsführer a. D. Ärztekammer Nordrhein 

Diskutanten:
Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV

Dr. rer. Pol. Wolfgang Klitzsch, Geschäftsführer a. D. Ärztekammer Nordrhein 

Dr. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein

Dr. Klaus Gehring, Vorsitzender des BVDN

Moderation:
Vorsitzende der Berufsverbände

Dr. Sabine Köhler (BVDP/BVDN) und Dr. Uwe Meier (BDN)

Raum
Forum 1 

Freitag, 27.02.26 | 16.30 – 18.00 Uhr

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